03.10.2016 Abschlussübung Bruchköbeler Jugendfeuerwehren

03.10.2016 Abschlussübung Bruchköbeler Jugendfeuerwehren

Bruchköbel (sys/) Mit viel Fachwissen arbeiteten die fünf Jugendfeuerwehren aus Bruchköbel, Roßdorf, Niederissigheim, Oberissigheim und Butterstadt bei der diesjährigen Abschlussübung das Einsatzszenario ab. Die Nachwuchskräfte zeigten der Öffentlichkeit mit Begeisterung, was sie gelernt haben. Zum 40-jährigen Bestehen der Jugendwehr Niederissigheim wurde die Übung auf dem Betriebshof der Firma Denecke in der Karl-Eidmann-Straße durchgeführt.

Jugendliche in der heutigen Zeit für die Feuerwehr zu begeistern und bei der Stange zu halten ist nicht einfach. Davon weiß der Stadtjugendfeuerwehrwart Sebastian Pauly zu berichten: „Durch konkurrierende Hobbies wird es natürlich zunehmend schwieriger Kinder und Jugendliche über Jahre immer wieder zu begeistern und sie letztendlich in die Einsatzabteilung zu bringen. Mit Kreativität und Abwechslung in der Jugendarbeit ist es aber möglich. Wir versuchen neben Ausbildung und Übungen rund um die Feuerwehr auch den spielerischen Teil in die Jugendarbeit einfließen zu lassen. Wir machen Spielabende oder gehen im Sommer Eis essen. Außerdem dürfen die Jugendlichen selbst Vorschläge machen was sie unternehmen wollen. Alles in Allem ist Jugendfeuerwehr nicht mehr nur Feuerwehr“. Auch Steven Tuner (Feuerwehr Roßdorf) weiß, dass sich nicht immer nur alles um die Wehr drehen darf: „Abwechslung von Lerneinheiten und Spiel ist erforderlich“. Kevin Mack (Feuerwehr Bruchköbel) erklärt, dass neben der Technik der Feuerwehr der Spaß nicht zu kurz kommen darf. Nicht einfach, wenn man den Altersunterschied der Jugendlichen sieht: „ Die Altersspanne zwischen zehn und 17 Jahren ist groß. Durch die Teamarbeit ergänzen sich die Kinder und Jugendlichen und haben alle Spaß“. Dies kann auch Pauly bestätigen, der neben seiner Aufgabe als Stadtjugendfeuerwehrwart auch den Nachwuchs in Butterstadt betreut: „Jugendfeuerwehr verkörpert wie kein anderes Hobby Zusammenhalt, Teamarbeit und Gemeinschaftssinn“.

Wie bekommen die Jugendlichen Feuerwehr und Schule unter einen Hut und was begeistert sie an dem nicht alltäglichen Hobby Feuerwehr? Die Roßdorfer Nachwuchskräfte erzählen: „Wenn wir groß sind und aktiv in der Feuerwehr, dann können wir anderen helfen, die unsere Hilfe benötigen“, Nico, elf Jahre. „Ich will meine Freizeit sinnvoll nutzen“, Lucienne, 13 Jahre. „Meine Lernphasen lege ich so, dass Zeit für die Feuerwehr bleibt“, Fabian, 15 Jahre. Von der Bruchköbeler Wehr antwortet Emre, 15 Jahre: „Die Übung einmal die Woche und die paar Wochenendveranstaltungen passen gut in den stressigen Schulalltag. Das ist Freizeit, die Spaß macht und man lernt viele Leute kennen“ und Franzi, 16 Jahre: „Mich motiviert es, im Team zu arbeiten. Ich will anderen Leuten helfen und es ist eine Abwechslung“. Ähnlich sind auch die Aussagen der Butterstädter Jugend: „Feuerwehr macht mir Spaß, weil es nicht nur Technik und Übungen gibt, sondern auch Spiel-Abende“, Andrew, 15 Jahre. Und Tim, 13 Jahre, vervollständigt: „Es ist toll, alles in einer Gruppe zu machen und nicht allein“.

Auf die gemeinsame Abschlussübung wird nicht besonders vorbereitet. Das Szenario ist ein Bestandteil einer normalen Übung. Pauly erzählt: „Natürlich werden in den Gruppenstunden Handgriffe geübt und die Kinder wissen schon mal grob ihre Position und Aufgabe, um sie nicht zu sehr zu überraschen“.

Bei der Übung, die von Daniel Langer (Jugendwart Niederissigheim) ausgearbeitet wurde, nahm man einen Brand in der Lagerhalle der Firma Denecke an. Zudem gab es vermisste Personen. Beim Eintreffen der Jugendwehren in fünf Löschfahrzeugen mit insgesamt 30 Jugendlichen, wurde sofort mit der Brandbekämpfung und Menschenrettung begonnen: Die Wasserversorgung sicherstellen, Schläuche verlegen und dann der Befehl „Wasser marsch“, sowie verletzte Personen mit Tragetüchern retten. Der Ablauf unterscheidet sich nur in wenigem von dem der Einsatzabteilung. Pauly hierzu: „Was vielen Kindern nicht bewusst ist, dass die Jugendlichen die Zukunft der Feuerwehr sind. Sie lernen spielerisch, was sie später in Einsätzen umsetzen werden. Deshalb sind sie für jede Wehr ein wichtiger Bestandteil“.

Nach der Übung ist vor der Übung oder vor dem nächsten Einsatz. Nach dem Löschen des Brandes müssen die Geräte wieder an ihren angestammten Platz auf dem Löschfahrzeug verstaut werden. Die Schläuche werden zusammen gerollt, damit sie in der Wehr zum Trocknen aufgehängt werden können. Anstrengend, aber notwendig. Gemeinsam ging es dann zum Gerätehaus in Niederissigheim.

Armin Demel, der Wehrführer Niederissigheim, berichtete, wie vor 40 Jahren im Jahr 1976 die Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Unter dem damaligen Wehrführer Rudolf Viehmann schlossen sich zwölf Jungen dem Nachwuchs an. In der langen Zeit erlebte die Jugendwehr Höhen und Tiefen. Aber, so Demel, ist es den Verantwortlichen immer gelungen die „Flamme weiter brennen zu lassen“: „Die Hauptaufgabe der Ausbilder damals und heute besteht darin, die Jugendlichen in feuerwehrtechnischen Dingen auszubilden. Nach Vollendung des 17. Lebensjahres sollen sie dann mit den erlernten Grundkenntnissen in die Einsatzabteilung übernommen werden. Eine gute Jugendarbeit ist nahezu die einzige Möglichkeit, den Fortbestand einer Einsatzabteilung aufrecht zu erhalten“.

Auch die Gastredner, der Landtagsabgeordnete Hugo Klein, die erste Stadträtin von Bruchköbel, Ingrid Cammerzell, sowie Kreisjugendfeuerwehrwart Volker Schulz strichen die enorme Wichtigkeit der Jugendwehr hervor: „Ohne Nachwuchs geht nichts“. Und an die Jugendlichen gerichtet: „Ihr dürft stolz auf euch sein. Gebt nicht auf. Wir brauchen euch“.

Bericht und Fotos: Sylvia Sehring, Hanauer Anzeiger