29. September 2020

03.05.2020 Übergabe neue Feuerschutzkleidung

Bruchköbel investiert in Gesundheit der Feuerwehrleute

(ffbrk) Sie ist weiterhin Dunkelblau, die Reflexstreifen leuchten immer noch in Gelb und Silber, aber im Inneren hält die neue Flammschutzbekleidung der Feuerwehr der Stadt Bruchköbel einige Überraschungen bereit. Seit Anfang Mai 2020 verfügen die ausgebildeten Atemschutzgeräteträger über die neue Bekleidung, die die in die Jahre gekommenen Vorgänger ablöst. Ein ganz besonderes Augenmerk haben die Feuerwehrleute bei der Auswahl der Bekleidung auf den Gesundheitsschutz gelegt. „Feuerkrebs“ ist das Schlagwort, das über dem gesamten Austauschprozess stand.

Bürgermeisterin Sylvia Braun übergibt symbolisch einen Bekleidungssatz der neuen Bekleidung an den stellv. Stadtbrandinspektor Matthias Schmidt.

Rein äußerlich fällt die neue Einsatzbekleidung der Bruchköbeler Feuerwehr gleich ins Auge. Sie kommt sehr modern daher, erinnert fast schon ein bisschen an Skibekleidung. „Wir sind sehr froh, dass wir unsere alte Bekleidung nun gegen neue Sachen nach dem derzeitigen Stand der Technik austauschen können. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich wenig an den alten Bekleidungssätzen geändert, es wurde dringend Zeit. Die Technik der Feuerwehr hat sich weiterentwickelt, die Schutzkleidung unseres alten Herstellers allerdings nicht“, bilanziert Projektleiter und Feuerwehrmann Benjamin Thoran. Schon 2018 hatte die Feuerwehr in einer Umfrage ermittelt, was den Kameradinnen und Kameraden wichtig ist und was die neue Generation können muss. „Schon nach diesem Feedback war klar: Die alte Bekleidung ist chancenlos raus“, erinnert sich Thoran zurück. Nach vielen Gesprächen mit Herstellern derartiger Schutzkleidung erfolgte dann 2019 ein Trageversuch unterschiedlicher Modelle. Doch die Feuerwehrleute wollten keine übliche Schutzkleidung einkaufen, sondern suchten nach Lösungen, um dem Thema „Feuerkrebs“ zu begegnen. Dabei geht es um das Krebsrisiko bei Feuerwehrleuten, das in dieser Berufsgruppe 30% über dem gesellschaftlichen Durchschnitt liegt. „Gerade unsere Atemschutzgeräteträger sind im Einsatz unsichtbaren Gefahren durch krebserregende Partikel ausgesetzt. Diese haben negativen Einfluss auf die langfristige Gesundheit, das zeigen weltweite Studien ganz deutlich“, erklärt Thoran weiter. „Das Thema „Feuerkrebs“ steht in der Feuerwehrwelt noch ziemlich am Anfang. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen aber, dass dieses Thema viel zu lange übersehen wurde.“ Daher verfügt die neue Einsatzbekleidung über besondere Barrieren, um die Verunreinigung des Trägers durch diese feinsten Partikel zu verhindern. „Die Investition ist nicht unerheblich, aber wer seine Haut für uns zu Markte trägt, den müssen wir auch vor derartigen Gefahren entsprechend schützen“, sagte Bürgermeisterin Sylvia Braun. Die Rathauschefin ist mit Ihrer Einstellung aber nicht alleine. Auch der Magistrat steht geschlossen hinter den Bemühungen der Feuerwehr, den Gesundheitsschutz für die Einsatzkräfte zu verbessern. „Mit der reinen Beschaffung der neuen Einsatzbekleidung ist es aber nicht getan. Der Schutz wäre nutzlos, wenn ich mich nach dem Einsatz mit den verschmutzten Klamotten ins Fahrzeug setze und die ganzen Schadstoffe wieder einatme“, erklärt Thoran weiter. Aus diesem Grund haben die Mitglieder der Projektgruppe bereits umfangreiche Maßnahmen zur Hygiene nach dem Einsatz vorbereitet. Nur die aktuellen Beschränkungen durch das Corona Virus bremsen derzeit das Projekt. „Wir sind aber zuversichtlich, in Kürze alle wichtigen Bausteine zusammen zu haben“, so Thoran abschließend.

Die Verteilung der neuen Flammschutzbekleidung an die Einsatzkräfte erfolgt in den kommenden Tagen.

Fotos: Benjamin Thoran, Feuerwehr Stadt Bruchköbel