10. Juli 2020

16.06.2020 Personen drohen abzustürzen

(bt) In Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) ereignete sich am Mittag ein Arbeitsunfall, bei dem zwei Arbeiter nur mit Glück einem schweren Unfall entgangen sind. Sie mussten von der Feuerwehr aus dem Arbeitskorb einer Hubbühne aus etwa 12 Metern Höhe gerettet werden. Der Teleskopmast war während der Arbeit mit der Kettensäge im Gehweg eingebrochen und gekippt. Glücklicherweise blieb der Arbeitskorb an einem zweiten Baum hängen und stoppte so den Kippvorgang.

Es waren bange Minuten voller Dramatik. Heute Mittag gegen 14:20 Uhr kippte eine Arbeitsbühne im Kinzigheimer Weg beinahe um, während zwei Arbeiter im Arbeitskorb damit beschäftigt waren Äste des Baumbestandes am Straßenrand zurückzuschneiden. Als die beiden in etwa 20 Metern Höhe mit der Kettensäge hantierten, sackte plötzlich eine der Stützen des Fahrzeuges im Gehweg ein. „Das ganze Fahrzeug kippte zur Seite, dabei bewegte sich der Korb etwa 10 Meter weiter in den Wald hinein, verlor an Höhe und blieb auf etwa 12 Metern an einem anderen Baum hängen“, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr den Unfallhergang. Die beiden Arbeiter setzten in Panik sofort einen Notruf ab.

Unter anderem mit einem „Mehrzweckzug“ sichern die Einsatzkräfte das Fahrzeug gegen weiteres Kippen.

„Um 14:24 Uhr ging der Alarm bei uns ein. Die Erstmeldung war nur, dass zwei Personen aus großer Höhe abzustürzen drohen“, berichtete der Sprecher weiter. „Auf der Anfahrt bekamen wir die Info, dass eine Hubbühne gekippt war und zwei Personen im Arbeitskorb um ihr Leben bangen“. Nur sechs Minuten später trafen die ersten Kräfte ein und begannen sofort mit der Sicherung des Fahrzeuges. „Unsere Erstmaßnahmen konzentrierten sich darauf, ein mögliches weiteres Absacken der Arbeitsmaschine zu verhindern. Wir haben sofort mit einem Stahlseil an einer Stütze angeschlagen und es mit einem Fahrzeug auf Spannung gezogen“, schilderte der Sprecher die Sofortmaßnahmen. Auch der Einsatz eines Sprungretters (eine Art aufblasbares Sprungtuch) unterhalb des Arbeitskorbes wurde geprüft, musste aber aus Platzgründen verworfen werden. Zusätzlich zur Seilsicherung wurde an der eingesackten Stütze mit Holzbohlen im Kreuzverbund unterbaut, um auch hier das weitere Absacken zu verhindern. Die Seilsicherung wurde zudem von nachrückenden Kräften umgehend mit einem Mehrzweckzug (eine portable Seilwinde) erweitert.

Die Höhenretter präparieren ihre Ausrüstung und seilen sich an der Drehleiter ein.

Die ebenfalls alarmierte Drehleiterkomponente der Feuerwehr Hanau ging vor Ort in Stellung, konnte aber den Korb der Arbeitsbühne im Wald nicht erreichen. Allerdings konnten Seile und Sicherungsmaterial an die zwei Verunglückten übergeben werden, damit diese sich am Baum sichern konnten. „Wir haben zusätzlich die Höhenrettungsgruppe aus Hanau alarmiert, um weitere Spezialisten für derartige Rettungen vor Ort zu haben“, sagte der Sprecher. Nach einer Neupositionierung der Drehleiter und dem Aushängen des Rettungskorbes konnten sich die Höhenretter an der Leiter einseilen. Auf diesem Weg war es der Feuerwehr dann möglich, die Leiter zwischen den Bäumen tief genug in den Wald hineinzufahren. Nacheinander konnten auf diesem Weg die beiden Verunglückten aus dem Arbeitskorb gerettet und sicher zum Boden gebracht werden. Beide Arbeiter blieben zum Glück unverletzt und kamen mit einem heftigen Schrecken davon.

Im Einsatz waren etwa 25 Rettungskräfte der Feuerwehr der Stadt Bruchköbel, die hauptamtlichen Kräfte der Feuerwehr Hanau mit Drehleiter und Teleskopgelenkmast, die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Hanau, sowie der Führungsunterstützungsdienst des Main-Kinzig-Kreises. Rettungsdienstlich waren Kräfte des DRK Bruchköbel sowie jeweils ein Rettungswagen der Johanniter Unfallhilfe sowie des DRK aus Hanau vor Ort.

Fotos: Thoran/ FF Stadt Bruchköbel-Innenstadt

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